Begegnung mit Gott

 

Gott ist Liebe.

Der Mensch. Geführt und gedrängt  von einer schier unstillbaren Sehnsucht nach dieser einzigartigen durchdringenden Liebe.

Wir, mensch-gewordenen, können immer wieder nur die Barrieren, die den Kanal blockieren und unser Herz hart machen frei legen. Jeden Tag auf’s Neue. Gnade ist ein Geschenk.

Unerwartet erhielt ich dieses Geschenk.

Vor einigen Jahren besuchte ich Schweige-Exerzitien in einem Kloster bei Vallendar. Geleitet wird dieses Kloster von den Schönstättern. Es wurde ursprünglich gegründet von einem Pater, der mich mit seiner Geschichte und seiner durchstrahlenden Barmherzigkeit und Gottverbundenheit tief beeindruckt(e). Obwohl er schon 1968 verstarb umweht seine Väterlichkeit und seine Herzlichkeit diesen Ort und seine Menschen.

An einem Nachmittag macht ich mich auf zu ‘seiner Kirche’, in der er nach seiner ersten Messe verstarb und dort auch beigesetzt wurde. Hier, am Ort seiner Beisetzung darf man still werden oder beten. Oder beides.

Ich setzte mich zunächst auf einen Stuhl. Einige Nonnen waren anwesend und tief im Gebet versunken. Kerzen brannten um seinen Sarkophag und überall im Raum.

Plötzlich wurde ich wie von einem grossem Sog erfasst. Es  r i s s mich auf die Knie, Tränen strömten über mein Gesicht ohne dass es noch ein Bewusstsein dafür gab’ das ‘Katrin’ gerade weinte. Sie strömten wie aus einer schier unerlöschlichen Quelle. Mein Körper wurde von einer Hitze durchströmt und eine Stimme sagte immer wieder: Ich bin Liebe. Ich bin Liebe…..

Ich bin tief ergriffen und immer wieder von tiefster Dankbarkeit erfüllt und einer Freude, die ich Euch gern beschreiben möchte, aber die unbeschreiblich ist. Es bricht mich immer wieder auf….schmilzt das, was durch Schnelligkeit, durch Alltag wieder fest werden und mir vorgaukeln möchte, dass ich ‘nur’ dieser kleine Mensch mit dieser ‘kleinen Realität’ bin.

Ich kann und möchte Euch immer wieder immer wieder nur ermutigen: Folgt dem Weg der Wachheit. Macht Euch immer wieder auf den Weg zu Euch selbst, auch wenn es Tage und Stunden gibt, an denen es sinnlos, nutzlos und leer erscheint. Wir können Gnade, diese Liebe, nicht künstlich herstellen, aber wir können den Raum dafür frei und uns bereit dafür machen überwältigt zu werden.

Wenn Liebe etwas Schönes berührt, enthüllt sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzhaftes berührt, verwandelt und heilt sie es.(Karina Wagner)

 

Alles Liebe. Katrin Kelly.*

The sadness in the hat. A case study.

 

Today I would like to share a case study with you that demonstrates how I work with embodiment/movement in my practice. It shows how easily something that seems layered and complex can be (at least partially) resolved by bringing it into your body, into the felt sense.

I am working with a man in his early sixties. He looks a lot younger than his age and appears very healthy and fit; yet he seems troubled and weighed down.

He complains about neck pain, sleep problems and troubles with swallowing.

He lost his mother, to whom he was very close, 18 months ago and he is currently looking after his nearly 90 year old father. He says he feels okay with that, but that he also feels as if his own life has been swallowed up(!). Sometimes he wishes that his father would die, because he can’t cope with this feeling that his own life seems to disappear whilst he is in it.

Whilst we are talking, I notice that there is a lot of nervous energy, biting of finger nails, twitching, swallowing hard as if he tries to swallow a large rubber ball that simply won’t go away. I sense a very sensitive boy within this mature and very robust looking man. The boy within is overwhelmed with the responsibility that he thought he had escaped when he had left home a long time ago. Further, he is confronted with his own aging and all that this intense, at times frightening and confusing passage of life offers: Dis-orientation, unexamined themes returning, questions of identity and self worth…

He says: “I feel lost, I feel angry and aggressive with others…. I am looking for somewhere to hang my hat!” The last sentence contains an energy of fear, pressure, hurry. It induces further desperation, since he obviously hasn’t found a place, where he can ‘hang his hat’ yet.

I get up and mime this with my whole body – the action of ‘ I am looking for somewhere to hang my hat’.  My body is tense, fast, looking here, there, right, left, right, left….searching…….He watches me and then says: ” I wanna do it!”

He moves slower than me. His whole body is tense, yet showing an insecure sway in the hips and  an insecure stance in the feet. There is lots of  tense and fast eye movement though. Looking, searching. His eyes are all over the place, all the time. In one hand he is holding the imaginary hat. The fist holding the hat is tight like a boxer’s before throwing his last punch.

I ask: ” What happens if you allow your eyes to stop roaming the room looking for a hook to hang your hat on?”

His eyes pause, with the rest of the body remaining tense and swaying. The swaying is an attempt to escape. To get rid of something invisible. I guide his attention to the fact that the rest of his body hasn’t paused. He stops moving completely.

The energy that was previously dissipated into small, yet non-concrete movements, the nervous twitching and the swallowing now remains within.

His whole body-being looks now utterly! distressed, swollen somehow, swelling. His head hanging heavy as if weighed down by lead. Rigid. As if he might implode into a thousand pieces any minute; yet there is none of the previous nervous energy.

Suddenly he calls out: ” But I wanna get rid of what is IN the hat!!!”                  

The sentence comes shooting out like a loud desperate call that even seems to surprise himself! (New insight!)

“What is in the hat?” I ask softly, after a while.

“Sadness”. He starts to cry softly, but continuously, his chin wobbling. The energetic swelling reducing. Pain is still visible, but his body is calming.

I give him lots of time and space, but am gently encouraging to allow all the sensations and feelings present. It is a hard process for a man to show himself this vulnerable in front of an other person. Men of a certain generation have often though not always experienced beatings as part of their ‘parental education’; the less they cried the less beatings they had to endure…nothing more needs to be said.

A big release occurred here that will be anchored, because he experienced this with his whole being.

It often happens that people are asking me: “But how do I get out of this, out of here? I don’t wanna be in this!!!?

The truth is: You get out, by getting really INTO IT.  There is no shortcut for this journey. If we try to suppress it or escape, the symptoms will simply get louder and louder. 

 

 

 

 

 

 

Der tote Bruder und das Auge, das wegschaut.

 

Christian (Name geändert) lebt nur vorübergehend in dieser Stadt. Er sucht mich in meiner Praxis auf, weil er seit einem Ski Unfall vor 11 Jahren, bei dem er sich den Kiefer an mehreren Stellen gebrochen hatte,  mit vermehrt auftretenden Atem – (Kurzatmigkeit) so wie Magen-Darm-Problemen zu tun hat. Er kann kaum etwas essen, das er verträgt, hat aber die ganze Zeit grossen Hunger. Im Weiteren erzählt er, dass er fast wie getrieben umzieht und umherzieht. Er geniesst das durchaus, aber verspürt auch die Sehnsucht mehr zur Ruhe zu kommen. Das ‘Getriebene’ loslassen zu können.                                                                                              Ein Auge (das Rechte) driftet nach innen/unten ab. Mit 5 hatte er eine Augen-OP um das Auge ‘zu richten’, aber das interessierte das Auge gar nicht: Kurz nach der OP driftete es wieder ab. Auffällig ist auch, dass er sich eher von der rechten Seite abwendet. Während er erzählt, erscheint in mir ein Eindruck von einem ungeborenem Baby, das grosse Angst verspürt und grossen Hunger hat.

In unserer ersten gemeinsamen Sitzung zeigt sich nach einer längeren Weile ein prä-natales Thema. Oft deutet sich das u.a. dadurch an, dass der Klient sich ‘ganz weit und tief weg’ anfühlt und wie in einer ‘Flüssigkeit’ ist. Ich lade Christian ein, so gut ihm das möglich ist, zurück zu spulen und Eindrücke aus der Zeit im Mutterleib auftauchen zu lassen. Wir landen bei der ‘Eileiter-Reise’, die ich gern als HeldInnenreise bezeichne. Die befruchtete Eizelle (Blastozyste/ später Morula) wandert durch den Eileiter bis es einen grossen Abgrund (zur Gebärmutter) erreicht und sich dort fallen lässt um einen Platz zu finden um sich einzunisten. Gleichzeitig muss es aus seiner Schutzschicht, der Zone Pellucida, schlüpfen und sich mutig trauen einen Platz zu finden.

Christian spürt für sich: Dort ist es gefährlich: “Ich muss in Bewegung bleiben sonst sterbe ich hier!” Kurz darauf folgt: “Hier bekomme ich nicht genug (Nahrung).!”  “Ich weiss nicht ob es reichen wird…!”

Er berichtet, dass seine Mutter während der Schwangerschaft eine schwere Depression hatte und  sie sich auch in Bezug auf das heranwachsende Kind ambivalent fühlte.

Nach dieser ersten Sitzung erlebt er am ersten Tag danach Kraft und Glücksgefühle. Am zweiten Tag, sagt er, fiel er wie in eine Depression, die er aber gut beobachten konnte – als wenn es gar nicht seine wäre, sondern die seiner Mutter. Physisch ging’ es ihm wesentlich besser: Er ass vor allem auswärts und hat alles gut vertragen.

Zu Beginn der zweiten Sitzung, zeigt sich mir bzw. drängt sich mir die Wichtigkeit des wegschauenden Auges auf. Ich bitte ihn das Auge zu fragen: ” Warum ist es gut wegzuschauen?” Die Stimme des Widerstands antwortet:” Das will ich lieber nicht wissen!” Ich mache Christian darauf aufmerksam und wir erspüren, was hinter diesem Widerstand liegt: Es zeigt sich Angst und grosse Anspannung. Wir bleiben eine Weile damit da und arbeiten damit. Danach ist er bereit und stellt sich vor wie es wäre mal nach rechts zu schauen. Er erblickt ein Etwas: Ein Auge mit Muskeln…wie einen Körper aber ohne Haut. Er ruft: ” Das ist eklig! Es stösst mich ab!” Er möchte sich am Liebsten weiter abwenden. Ich sitze mittlerweile zu seiner linken Seite, denn ich wurde förmlich von der rechten verdrängt- dort gibt es keinen Platz.

“Da ist jemand, der vor mir da war!”

“Was möchte er?”

“Weiss ich nicht…….er wollte auch leben!”

“Für ihn hat es wahrhaftig nicht gereicht. Er hat es nicht geschafft!”

“Er ist traurig!…. Er möchte einfach nur gesehen werden!….  Er sagt mir sogar seinen Namen…..”

Während wir sprechen geschieht ein körperlicher Ausdruck (Release) von Loslassen und Trauer: Es kommen Tränen, sein Körper zittert und zuckt manchmal…….dann kommt ihm etwas wie eine Eingebung: “Es ist als wäre er da geblieben um mich zu warnen oder zu erinnern…an den scheinbaren Fluch in unserer Familie gegen alle Männer……meine Mutter wollte auch keine Söhne…(selbst sein Name – hier nicht genannt- ist eine verweiblichte Version). Interessant ist evtl auch, dass es durch einen Stoss von rechts zu seinem Skinunfall kam….

‘Der andere’ wird kleiner und Christian fühlt sich präsenter und konkreter in seinem eigenem Körper.

Während ich die Sitzung durch Berührung abrunde, sagt er auf einmal: “Ich weiss jetzt wie es sich anfühlt ein Mann zu sein. Was für eine Kraft und Energie das ist …jenseits von Regeln, Konzepten.. es ist einfach eine Energie!” Er lacht befreit auf. Ich lache mit!

‘Mit den Füssen voraus’ – Pränatales und Geburtserleben als Möglichkeit den Ursprung von Schuldgefühlen zu Erleben und zu integrieren!

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