Wenn es keinen Ausweg gibt, öffnet sich ein Weg nach Innen.

In den letzten 12 Monaten ist viel in Bewegung geraten, während im Aussen Vieles zum Stillstand kam.

“Eine neue Situation? Eine Art Krieg, ohne Bomben? Eine große Transformation? Wohin? Was soll ich noch glauben? Ist das, was ich glaube wahr? Liege ich voll daneben?”

Viele Fragen, Ambivalenzen, Verunsicherungen und Überforderungen stehen wie unsichtbare Betonpfeiler, die wir eckig umschiffen, im Raum.

Ich erlebe wie sich das in mir, in meinen KlientInnen und meinen Nächsten abbilden möchte. Was es auslöst und wie es sich in unsere Zellen schiebt, in unseren Atem, in unsere Träume. Wortlose Bedrängnis. Langsame, aber stetige Abstumpfung. Misstrauen im Kontakt. Ohne das wir es zunächst bemerken verlieren wir unsere Lebendigkeit. Unsere eigene, aber auch eine Lebendigkeit, die im Kontakt mit anderen zu fliessen beginnt.

Die kollektive Krise dringt in den eigenen Raum ein und stößt etwas an. Dies vibriert wiederum zurück in den kollektiven Raum. Es entsteht eine dynamische Bewegung der Reibung. Zermürbend, fordernd, nagend, irritierend. Manchmal lichtvoll, etwas Neues schon erahnend. Wie die Knolle im harten dunklen Winterboden, die einfach weiss, dass die Sonnenstrahlen, die sie wachsen und erblühen lassen schon kommen.

Eigene Lebensthemen, können sich nicht mehr so leicht in die Ablenkung der Welt, der Normalität, flüchten. Das, was (vermeintlich) Halt, Orientierung oder Ablenkung gab’, löst sich in der Reibung auf.

Das Heilungspotential ist enorm, denn wir berühren durch diese Reibung ursprünglichste frühe und transgenerationale Ängste, die viel Kraft binden, die aber in unser Leben hinein fliessen wollen. Tiefste wortlose Empfindungen und Erinnerungen an ein ‘ausgeliefert, hilflos und handlungsunfähig sein’, an ‘Todesängste’,  an ‘tiefste Einsamkeit’ oder an ‘Schuldgefühle’ werden angerührt.

Die Gefahr (in jedem krisenhaften Heilungsprozess) ist, der Reibung ausweichen zu wollen und der (Kopf-) Stimme der Angst zu folgen. Was macht das?

Im Kollektiv zeigt sich das in Form von Polarisierung und Spaltung; als tiefer Wunsch sich auf eine (die richtige) Seite zu schlagen; als verhärtete Fronten. Mir persönlich tut das weh, denn ich weiss, dass dies nur eine kurzlebige und verfälschte Form von Stärke bietet. Der Nenner ist doch in allen gleich: Angst. Sehnsucht nach Führung und Sicherheit. Wir müssen hierher zurück um wieder in versöhnliche Verbindung zu kommen.

Im Individuum zeigt sich das Folgen der Kopfstimme als Verhärtung und Widerstand gegen das eigene (vermeintliche) leidvolle, verletzbare, nackte Empfinden. Einer Ablehnung Deines Wesens aus Angst vor (erneuter) Beschämung oder dem ganz ursprünglichen Gefühl nicht bestehen zu können. Der Körper wird fest, zur reinen Funktion verdonnert.

Kontrolliert wird die Verhärtung durch den Verstand. Er, der eigentlich nur ein Teil unseres Seins ist und gar nicht allein führen kann.

Was passiert, wenn jemand nicht führen kann, aber muss? Er wird zum willkürlichen cholerischen Diktator. In uns sorgt er dafür, dass wir unser Unangenehmes, unsere Ängste wegdrücken bzw. auf andere projizieren. Er kann eben nicht begreifen, dass das Spüren keine Gefahr ist, sondern eine Rutschbahn in tiefe Lebendigkeit.

Konstantes Bewerten und Verurteilen, ständige Klagerei oder Selbstmitleid, aggressive, zynische Bemerkungen oder Gewalt sind auch Ausdruck des diktatorischen Wütens. Auf manchmal kaum wahrnehmbarer Ebene geschieht ein Verspannen gegen Dich selbst, eine Art von-Dir-selbst-Wegrecken als würdest Du gar nicht in Dir wohnen wollen.

Geteert wird das Ganze mit einer Unmenge an Geschichten und Glaubensmuster, die durch Angst und Abwehr pausenlos geschrieben werden. Weit entfernt von Deiner inneren Wahrheit. Die Kopf – Geschichten erkennst Du u. a. daran, dass sie meistens mit anderen zu tun haben (Schuldzuweisungen) oder einem zu Dir selbst sehr gemein sein. Und sie kommen mit Geschwindigkeit und Dringlichkeit.

Vielleicht triggert die Situation eine alte, frühe Angst in Dir, aber noch bevor Du sie erspüren kannst pflastert der Verstand ein paar Gedanken und Glaubensmuster darüber: “Warum hält die Frau hinter mir keinen Abstand. Dumme Kuh!”; der innere Kritiker fährt hoch und sagt zu Deinem Kind: ” Du hast wohl nur Luft zwischen den Ohren!” Oder Du fährst deinen Partner, der gerade zur Tür reinstolpert scharf an und denkst gleichzeitig “Warum sieht er mich nicht mehr?”. Dabei hast Du Dich aus den Augen verloren. Möchtest Dein inneres Kind, das Regentropfen viel wertvoller als Mathe fand’ und dafür beschämt wurde nicht spüren müssen…

Auf diese Art und Weise entsteht ein ständiges Ringen, Rennen und Kämpfen mit uns selbst und mit unseren Nächsten. Das ist nicht nur anstrengend, sondern sehr leidvoll.

Wie finden wir zurück zu einer weicheren, versöhnlichen, ganzheitlichen Verbundenheit mit uns selbst und anderen?

Die Antwort liegt nicht im Außen wie Du schon ahnst. Nicht auf der einen oder anderen Seite, sondern in einem JA zur Reibung oder wie Matthew Appleton (Cranio-und Pränataler Körperpsychotherapeut aus England sagen würde:

Wholeness (…) is not a goal, but an unfolding path that is constantly orienting to the present moment! Ganzheitlichkeit is nicht ein Endziel, sondern ein sich entfaltender Weg der sich am gegenwärtigen Moment orientiert!

Dazu brauchen wir unsere wahrnehmende Leibhaftigkeit.

Wenn wir unsere wache Wahrnehmung in unseren Leib lenken und so auch wieder verkörpertes Sein werden, geschieht Anerkennung und Würdigung von allem was ist. Von allem, was in Dir ist. Schlimmes, Schönes, Abgestumpftes, Zartes.

Wahrnehmung ist nicht etwas, was man kann oder nicht. Sie ist eine Entscheidung und sie braucht Übung. Sie geschieht (nur) mit/durch unseren Leib: Ich beginne zu atmen. Das schafft Raum. Ich wache auf für den Raum, in dem ich bin. Ich bemerke, dass ich bin.

So löst sich der ständige Kampf der Fronten, der Dualität, auf. Der Weg nach Innen zum stillen Wunder der Liebe eröffnet sich und dann kann Dein wahres Selbst nach Aussen erstrahlen. Wie eine wunderbare Blume, die einfach blüht. Ohne Furcht. Ohne Erwartung. Ohne Angst oder mit einem Gedanken, dass sie ja bald wieder welken wird.

Das ist ein Weg und nur Du kannst und musst ihn gehen.

IMPULSE zur Wahrnehmung:

Der Verstand wird sich oft stark wehren: Er fährt Widerstände wie den inneren Kritiker und jeden anderen kleinen und großen Schweinehund auf. Das ist nicht schlimm, aber es gilt dies wahrzunehmen, nicht mitzuschwingen.

Vielleicht entspannst Du Dich zunächst ein paar Minuten.

Atme! Schliesse Deine Augen, spüre die Unterlage auf der Du sitzt oder liegst oder stehst. Wenn Du merkst, daß Du beginnst anzukommen, öffne Deine Augen, aber greife nicht nach Eindrücken, sondern laß’ sie auf Dich zukommen. Wo bist Du? Was siehst Du? Farben, Formen, Lichter, Schatten? Lass’ sie auf Dich wirken. Sei wie eine Künstlerin, ein Künstler, der alles, ins besondere das Mondäne zum aller ersten mal erblickt.

ODER

Beginne mit einem Lied. Es ist ein Lied zum Mitsingen. Singe! Aktiviere Dein Leib-Sein: Ich atme tief

  • Sprich’ oder schreib ein Gebet: Sag’ frei heraus wie es Dir gerade geht. Fang einfach an, ohne Punkt, Komma, Strich. Frei heraus. Schreib’ den ganzen Kopfsalat aus Dir raus. Ab wann verändert sich vielleicht etwas in Dir, ab wann verändern sich die Inhalte? Die Qualität?
  • Überforderung, Orientierungslosigkeit, Verunsicherung, Unruhe, Rage, Trauer: Unsere Emotionen werden vor allem dann zum Problem, wenn wir uns gegen sie wehren. Wenn Du Deinen Leib spürst, findest Du auf der anderen Seite von Unruhe, Ruhe. Wenn Du Dich in Orientierungslosigkeit hinein entspannst , eine neue Richtung; im labil sein, eine neue Festigkeit.
  • Lass alle Bewertungen zu der derzeitigen/Deiner Situation/Deinem Nächsten weg. Starte direkt am Morgen. Es reicht es wahrzunehmen und STOP zu sagen. Immer wieder mal. Wie geht es Dir damit?
  • Wenn ein Unfrieden, eine Unruhe in Dir aufsteigt, lass’ Dich!                            Halte inne, geh’ eine Runde um den Block. Schweige. Spüre.                                 Projiziere das Unwohlsein nicht auf Deine Umwelt. Das ist nicht leicht, aber wieso sollte alles leicht sein? Lasse dazu diesen guten Bibelvers auf Dich wirken:

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!

Mit ermutigenden Grüssen! Finde immer wieder Wege Deine Lebendigkeit zu spüren, besonders in der Bedrängnis, die Dich hart werden lassen will! Katrin Kelly

Ich bin eine extreme, zwanghafte, naïve, alle aufhaltende, zu ernste und nicht bei einem bleibende im Dreck-Wühlerin….Und Du?

Auch nach vielen Jahren, in denen ich mich mit dem Thema Selbstentwicklung und Selbstentfaltung auseinandergesetzt habe und schon lange damit arbeite, stoße ich immer wieder auf Übungen, die mich in bestimmten Momenten des eigenen Lebens voranbringen. Licht ins Dunkel bringen. Die Übung, die ich Dir vorstellen möchte, basiert auf einer, die ich auf der Seite von Coach Katja Niedermeier gefunden habe. Ich habe die Übung ein Stück weiter ausgebaut und vertieft und möchte Dich einladen sie auszuprobieren. Vor allem wenn Du Dich gerade irgendwie blockiert fühlst, frustriert oder unentschieden.

Was ist Dein Dreck? Das bist ganz individuell DU!
Blicke zurück und schau’ was Dir jemals von Kollegen, Lehrern, Eltern, Freunden, Partnern ‘vorgeworfen’ wurde, wofür Du kritisiert wurdest. Du bist ‘zu….’? Notiere alles was Dir einfällt auf einem Blatt Papier und lasse ein wenig Platz zwischen den einzelnen Aspekten. Im zweiten Schritt gehst Du alles durch, läßt es auf Dich wirken und schaust: Was bedeutet diese ‘Wertung’ eigentlich? Was für (positive) Qualitäten verstecken sich hier?

Hier ist( m)ein Beispiel für Euch:

Extrem  Klarheit, nicht zwischen den Stühlen sitzend und abwartend wohin der Wind sich dreht

Zwanghaft ‘Detektivin’, den Sachen auf den Grund gehen,wirklich verstehen wollen, detailiert arbeiten

Alle Aufhaltende  Achtsamkeit durch Entschleunigung, nicht einfach alles annehmen, hinterfragen – selbstständig denkend, lesen was zwischen den Zeilen steht

Im Dreck wühlen Passt mit zwanghaft zusammen: den Sachen auf den Grund gehen, sehen was im Verborgenem liegt, Licht ins Dunkel bringen

Naiv Offen, Glaube an das Gute, das Schöne sehend, Einfachheit, im Herzen statt im Kopf

Schwach Hochsensibel, hellfühlig, unkonventionelle Form der Stärke, mit ‘weiteren’ Augen sehen

Nicht bei einem bleiben können Neugier, Interesse an vielem, Lebendigkeit, Weitblick, Zusammenhänge erkennend,Reichtum

Spielerisch im Dreck wühlen! Kennst Du ‘Motsche’? 
Gehe ganz spielerisch an diese Übung heran, vor allem wenn Dein innerer Kritiker sofort mitmischen will und Dir die Übung verderben möchte. Schaue mit dem Herzen, mit Deinem ganzen Wesen auf die Worte. Ich erinnere mich dann daran wie gern ich als Kind in der ‘Motsche’ gespielt habe, sie probiert habe, etwas aus ihr gebaut habe und wieder kaputt gemacht habe…es war herrlich! Als Erwachsene stehen wir dann auf dem Beton (der selbst-verneinenden Wertungen).

Dein Dreck ist Erde. Hier kann etwas wachsen!
Dabei verstecken sich genau hier Deine ganz persönlichen und wertvollen Qualitäten. Während Du die Übung machst, wird Dir auffallen dass Dir leichter und friedlicher ums Herz wird. Eine Altlast, die Du auf den Schultern trägst oder Dir im Nacken steckt, wandelt sich, wird leichter. Dein Blick entspannt und öffnet sich.

Frischen Wind für Deine Lebenssegel! Du gewinnst an Kraft und Klarheit:
• Du erinnerst Dich warum Du gut und richtig in Deinem Beruf, Deiner Berufung bist; warum Du gut bist, in dem was Du tust; egal ob Du Mutter bist, Karrierefrau oder Lebenskünstlerin.

• Oder Dir wird klar warum Du schon länger frustriert mit Deinen Aktivitäten bist: Vielleicht steht ein Richtungswechsel an, vielleicht genügt es aber auch schon Deine innere Ausrichtung mit Hilfe dieser Übung zu ändern um frischen Wind in Dein Leben und Deine Aktivitäten zu bringen und Dir ein Gefühl von Fülle zu vermitteln.

Hinter allem Schlechtem verbirgt sich etwas Gutes. Wir müssen es nur sehen. Dazu brauchen wir manchmal einen Presslufthammer, eine Erinnerung an ‘Motsche’ oder ein Stück Papier und einen Stift! Los geht’s!

Lust auf mehr inspirierende Übungen für einen lichtvollen Alltag?

(Foto: Tanztheaterstück Zwischenräume, Foto: A.Straeger, www.gaugedancetheatre.de
Link K. Niedermeier:http://k-acht.com)

Begegnung mit Gott

 

Gott ist Liebe.

Der Mensch. Geführt und gedrängt  von einer schier unstillbaren Sehnsucht nach dieser einzigartigen durchdringenden Liebe.

Wir, mensch-gewordenen, können immer wieder nur die Barrieren, die den Kanal blockieren und unser Herz hart machen frei legen. Jeden Tag auf’s Neue. Gnade ist ein Geschenk.

Unerwartet erhielt ich dieses Geschenk.

Vor einigen Jahren besuchte ich Schweige-Exerzitien in einem Kloster bei Vallendar. Geleitet wird dieses Kloster von den Schönstättern. Es wurde ursprünglich gegründet von einem Pater, der mich mit seiner Geschichte und seiner durchstrahlenden Barmherzigkeit und Gottverbundenheit tief beeindruckt(e). Obwohl er schon 1968 verstarb umweht seine Väterlichkeit und seine Herzlichkeit diesen Ort und seine Menschen.

An einem Nachmittag macht ich mich auf zu ‘seiner Kirche’, in der er nach seiner ersten Messe verstarb und dort auch beigesetzt wurde. Hier, am Ort seiner Beisetzung darf man still werden oder beten. Oder beides.

Ich setzte mich zunächst auf einen Stuhl. Einige Nonnen waren anwesend und tief im Gebet versunken. Kerzen brannten um seinen Sarkophag und überall im Raum.

Plötzlich wurde ich wie von einem grossem Sog erfasst. Es  r i s s mich auf die Knie, Tränen strömten über mein Gesicht ohne dass es noch ein Bewusstsein dafür gab’ das ‘Katrin’ gerade weinte. Sie strömten wie aus einer schier unerlöschlichen Quelle. Mein Körper wurde von einer Hitze durchströmt und eine Stimme sagte immer wieder: Ich bin Liebe. Ich bin Liebe…..

Ich bin tief ergriffen und immer wieder von tiefster Dankbarkeit erfüllt und einer Freude, die ich Euch gern beschreiben möchte, aber die unbeschreiblich ist. Es bricht mich immer wieder auf….schmilzt das, was durch Schnelligkeit, durch Alltag wieder fest werden und mir vorgaukeln möchte, dass ich ‘nur’ dieser kleine Mensch mit dieser ‘kleinen Realität’ bin.

Ich kann und möchte Euch immer wieder immer wieder nur ermutigen: Folgt dem Weg der Wachheit. Macht Euch immer wieder auf den Weg zu Euch selbst, auch wenn es Tage und Stunden gibt, an denen es sinnlos, nutzlos und leer erscheint. Wir können Gnade, diese Liebe, nicht künstlich herstellen, aber wir können den Raum dafür frei und uns bereit dafür machen überwältigt zu werden.

Wenn Liebe etwas Schönes berührt, enthüllt sie dessen Schönheit. Wenn sie etwas Schmerzhaftes berührt, verwandelt und heilt sie es.(Karina Wagner)

 

Alles Liebe. Katrin Kelly.*

Wie Zeit und Sprache Dich von Deiner essentiellen Wahrheit und Grossartigkeit trennen und was Dein Körper damit zu tun hat.

 

 

Im Folgenden möchte ich erzählerisch aufzeigen wie Zeit und Sprache sich bedingen und welchen Einfluss dies auf unser Hiersein, also auch auf unseren Körper und unseren Zugang zu unserer Intuition und Intelligenz hat und daher bedingt wie Du lebst.

Alles beginnt und endet mit einem grossen ‘Gerenne’.

1998. Ich stehe in mitten von London und halte an. Alles und alle rennen weiter und ich denke: Wohin rennen die alle? Gehetzte Gesichter und Grimassen, die Augenmuskeln kontrahiert. Der Atem, der uns verbindet und inspiriert und mit der Quelle verbindet, kann keine Tiefe mehr erreichen.

Oberflächliche Antworten aus meinem gut sozialisiertem Selbst, das den Geschichten und Glaubensmustern glaubt, lauten: “Nach Hause. Zur Arbeit.”  

Mein Wesen glaubt dem nicht: “Und was machen Sie, wenn Sie dort ankommen?” Ja genau. Sie rennen weiter. Selbst wenn Sie am Esstisch sitzen oder im Bett liegen, rennen sie noch weiter und gaukeln sich vor, dass sie von der grossen Ruhe träumen. Oder von einem anderen Leben bzw. dem Konzept eines anderen Lebens. Aber warum? Sie sind immer nicht hier. Als würden sie gar nicht leben wollen, obwohl sie immer das Gegenteil behaupten. Aber ich sehe/spüre das nicht. Wie soll ich auf diesem Planeten sein und meinen Platz finden?

Es beherrscht uns wohl eine grosse Angst, sagt die leise Stimme in mir. Eine grosse Angst vor dem Stehen bleiben, vor der Stille. Als würden wir in einen tiefen dunklen Abgrund stürzen, würden wir stehen bleiben.  Als würden wir sterben? Aber woher stammt diese Lüge, die uns trennt? Ist  es das, was die Bibel meint? Ist dieser Zustand nicht in Sünde zu leben, denn wir nehmen das Paradies gar nicht wahr? Dieses unglaubliche Geschenk, dass wir erhalten haben: Leben?

Das gut sozialisierte Selbst meldet sich brav: ” Ja, die Gesellschaft ist halt so. Das ist der Druck genügend Geld zu verdienen. Eine Existenz aufzubauen. Verstehst Du das denn nicht? Ist doch ganz einfach?!” Nein! Ich fühle mich wie ein Alien. Von anderer Art.

Mein nicht sozialisiertes Wesen weiss: “Nein, das ist es nicht. Das ist es nicht, was ich wahr-nehme, wenn ich anhalte.” Das ‘Rennen’ selbst, also die Beine schnell zu bewegen, ist nicht das Problem, sondern die Wurzel des Rennens und vor allem das immer fortwährende Rennen. Im Aussen und Innen. Als würde man sich konstant und freiem Willen heraus von der Quelle abschneiden. Absurd. Aber wir haben vergessen, wie gross-artig wir sind oder wie Ghandi sagte, wie überwältigend unser Licht eigentlich ist. Wie im Film ‘Matrix’ oder ‘Avatar’ schlafen wir. Wie kommt das? Vielleicht finde ich eine Erklärung, wenn ich weiter zurück gehe:

1987. Ich bin 11 und zu Hause rennen auch alle. Ständig. Mein Solarplexus kontrahiert schon beim ersten Erwachen. Man muss schnell sein. (Ich nehme gerade wahr, dass ich automatisch ‘man’ geschrieben habe.) 

Um schnell sein zu können, muss man sich wappnen und das bedeutet: Ich mache mich fest und zu. Der Atem wird flach. Ich lerne den Kontakt zu mir zu verlieren, zur Wahrheit meiner Natur, denn um in Kontakt zu bleiben, müsste ich viel langsamer werden dürfen. Ich beginne mich selbst nicht mehr zu mögen, aber weiss nicht warum. (Das Ende der natürlichen Selbstliebe und Liebe zu dem, was ist.) Ich fühle mich unwohl, aber ich sage es nicht, denn dazu muss man anhalten dürfen und auch jemand anderes müsste anhalten, um es zu hören. Denn dann könnten wir uns wieder spiegeln, was wahr ist: Das wir mehr sind als die Realität, die entsteht, wenn wir schnell und abgeschnitten sind. So entsteht ein Graben, wo vorher gar keiner war; mit zwei Seiten. Durch den Graben entsteht Angst. Durch Angst, Hass und Aggression. Diese werden uns erzählen, das sie für unser Überleben wichtig sind – für das Überleben unseres kleinen ICH’s oder Ego-Ich’s. Und wenn wir diesen Graben eines Tages überqueren wollen, um wieder eine Brücke zu bauen, fragt die Angst: Wirklich? Bist Du Dir auch ganz sicher?                                                                                                         Hier ist der Anfang. Der Anfang vom Ende der Selbstliebe und einem Gefühl vor sich selbst davon rennen zu müssen, denn in mir lauert vielleicht etwas Dunkles, ein Monster…..

Lineare Zeit, lineares Zeitempfinden fördert eine Sprache, die das abgeschnitten sein füttert.           Lineares Zeitempfinden verursacht – oft kaum merklich – eine Anspannung, einen inneren Druck, der schon verhindert dass ich gut oder vollständig bei mir bin. Gut im Hier & jetzt bin. Das kennst Du vielleicht ganz konkret wenn Dein Tag voll durchgeplant ist – schon morgens beim Aufwachen beginnt der Druck, das fest werden Deines Körpers, Deiner Augenbälle: Das Sich-Wappnen – wie ich es oben schon beschrieben habe. Dann bist Du schon nicht mehr da, Du bist dann in der Zukunft oder in der Vergangenheit: Was muss ich heute alles schaffen oder übermorgen oder bis nächstes Jahr oder worüber habe ich mich gestern geärgert etc. Meine Sprache passt sich dem an und zementiert und bestätigt damit immer wieder auf’s Neue dieses abgeschnitten sein. Sprache entspricht nicht mehr dem was und wie es ist, sondern wird ausgehöhlt und hart- irgendwo darin befindet sich wie wir uns wirklich fühlen, alles was wir nicht sagen oder wegdrücken.

Dramaturgen wie Harold Pinter und Samuel Beckett haben dies erkannt und haben damit in den späten 50ern gearbeitet. Ihr Theater wurde als Absurd Theatre bekannt. Pinter entwickelte eine Art von Sprache, die sich selbst entlarvt; sprich’ hinter der man sich nicht mehr verstecken kann. In meiner M.A. Arbeit mit dem Titel: Untying the Text – Revealing the Unspoken habe ich dies erforscht. Eine seiner Kernaussagen ist für mich:

When true silence falls we are left with echo, but are nearer nakedness. One way of looking at speech is today that it is a constant stratagem to cover nakedness.  

Übers.: Wenn wir wahrlich still werden bleibt noch ein Echo, aber wir nähern uns einer ‘Nacktheit’ an. Eine Möglichkeit Sprache zu betrachten ist sie als konstante Strategie unsere eigene Nacktheit verbergen zu wollen zu sehen.

Verwirrung in Beziehung oder der Versuch sich selbst in anderen zu finden, um wieder ganz zu sein. Durch diese Entwicklungen gibt es einen Subtext, in dem noch teilweise zu spüren ist, was jemand wirklich fühlt, aber nicht sagt bzw. nicht danach handelt. Die Verwirrung in unseren Begegnungen wird so weiter verstärkt. Eine ‘Methode’, die wir entwickelt haben, ist, dass wir versuchen das Loch, das in uns durch die Trennung entstanden ist durch einen anderen zu füllen. 2 Eisberge die auf einander prallen, in der Hoffnung das der/die andere zuerst schmilzt. Hierzu lasse ich noch einmal Harold Pinter zu Wort kommen:

“…in our silence, in what is unsaid, and that what takes place is a continual evasion, desperate rearguard attempts to keep ourselves to ourselves. Communication is too alarming. To enter someone else’s life to frightening. To disclose the poverty within us too fearsome a possibility.”

Übers.: “…in unserem Schweigen, in dem was wir nicht sagen und dem was passiert, gibt es ein konstantes Ausweichen, einen verzweifelten Versuch uns in uns selbst zu schützen. (Wahrhaftige) Kommunikation ist alarmierend. Tatsächlich in das Leben eines anderen einzutauchen zu erschreckend. Unsere innere Armut preiszugeben eine furchterregende Möglichkeit.”

Veränderung durch Verkörperung.                                                                                                         Wenn wir dies durch einen meist immer höheren Leidensdruck bemerken, haben wir Möglichkeiten aus dieser oberflächlichen Form von Dasein auszusteigen; dazu müssen wir nicht viel ‘tun’, sondern eher beginnen zu ‘sein’. Mit Hilfe von den genannten Elementen: Zeit – Sprache – Verkörperung. Verkörperung steht für mich an erster Stelle: Werde ich mir meines Körpers gewahr bzw. beginne ich wirklich ihn zu bewohnen muss ich automatisch entschleunigen; wenn ich aus meiner Körperlichkeit heraus lebe, also aus der GEGENWÄRTIGKEIT werde ich automatisch anders sprechen und eine andere Realität kreieren.

  • Verkörperung = Ich bin. Ich erfahre die phänomenale Welt und mein Dasein wie es ist.
  • Entschleunigung = Ich bin Gegenwärtigkeit.
  • Sprache der Gegenwärtigkeit – Sprachloses Sein                                                                               Beschreibt Sprache was jetzt ist, bist Du automatisch auch entschleunigt, Dein Atem vertieft.  Greg Bradden erzählt zum Beispiel von den Hopi Indianern. Sie haben eine Sprache, die nur ein PRÄSENS hat. Alles ist. Versuche das mal. Wenn Du immer im Präsens bist, kannst Du dann hassen, vergleichen, bekämpfen, bewerten…? Kannst Du dann rennen? ODER aufzuhören Dinge, Menschen, Situationen zu benennen, ihnen einen Namen zu geben: Normalerweise benennen wir etwas in Millisekunden. Dieses benennen ist oftmals schon vermischt mit einer Bewertung. Bewertung trennt. Übe ich mich allerdings ein wenig darin, kurz inne zu halten ohne zu benennen, kann ich beginnen aus vertiefter Wahrnehmung heraus zu leben. Aber es benötigt meine geistige Übung bis es sich verselbstständigt und die Übung gar nicht mehr notwendig ist. Wie beim Fahrrad fahren.                                                                                

Resultat ist u.a.:

  • Du musst nicht mehr rennen. Handlung, die im Leben wichtig ist geschieht – fast wie von selbst.
  • Verbindung und Anbindung zur Quelle, entsteht. Das kleine ICH (auch Ego genannt) der Angst fällt. Es darf noch eine spielerische Form meines Hierseins sein (Bsp.: Ich bin gerne KATRIN, Katrin mag dies, das weniger….ich spiele mit den Formen (das kann Materielles sein, Körperliches, das können aber auch Gedankenformen sein – eben ganz MENSCHSEIN), aber ich bin mit der Form nicht mehr identifiziert; sprich’: Ich flippe nicht total aus, wenn ich etwas nicht bekomme, wenn ich gern die Sonne mag, aber es regnet).                                                                                                               
  • Selbst – Bewusstsein entsteht. Nicht ein Ego, das ich konstant verteidigen muss, dass sich richtig anstrengen muss um sich Daseinsberechtigung zu ‘erarbeiten’. Hier gibt es keine Dualität mehr, denn dieses Selbst – Bewusstsein ist unantastbar.
  • Körperlich fasst es dieses Sprichwort gut zusammen: Anspannung ist das, was ich glaube sein zu müssen. Entspannung ist wer ich wirklich bin.

Zum Bild: Der Kreis ist die Ewigkeit, die immer JETZT ist. Das Feld. Aus dieser werden wir in unsere menschliche Form geboren (Körper/”skin-covered hereness”); diese Zeit der Form hat einen Anfang und ein Ende; aber wenn die Form sich auflöst, wo sind wir dann? Genau- immer noch in der Ewigkeit! Wenn ich beginne dahingehend aufzuwachen, wird alles was Deine menschliche Existenz Dir bietet ein Geschenk!

Angst als Guru. Ein Gastbeitrag von Andreas Krüger.

Ein Gastbeitrag von Andreas Krüger über das unbedingte Ja zur Angst.

25 Jahre lang erlag ich der Wahnidee, ein Leben ohne Angst führen zu wollen. Ich habe zahllose Therapien gemacht und noch mehr Mittel geschluckt, um einen erleuchtungsähnlichen Zustand ohne Angst zu erreichen. Dann bin ich im Sommer 2002 schwer erkrankt – manche sagen, es war eine Schamanenkrankheit, andere sagen, es war ein klassisches burn-out, auf jeden Fall war es furchtbar: Ich war so von Angst erfüllt, dass ich mich nicht mehr aus dem Haus bewegen konnte. Die Angst saß in jeder Faser meines Leibes. Die alten Mystiker nennen es das dunkle Tal der Seele. Dank liebevollen und nie verzweifelnden Therapeuten und Freunden ist es mir gelungen, diese Angst zu durchwandern und eines Tages – sogar astrologisch nachvollziehbar am 1. Juli 2003 – hörte mein Hauptsymptom der völligen Schlaflosigkeit von einem Tag auf den anderen schlagartig auf. Nach dieser Krankheit war ich so angstfrei wie noch nie in meinem Leben und das ist bis heute so geblieben.

Guru Angst
Nachdem ich am Ende des dunklen Tals angekommen war, habe ich ein Gedicht mit dem Titel „Guru Angst“ geschrieben, in dem ich mich bei der Angst entschuldigte, mein Leben lang versucht zu haben, vor ihr wegzulaufen. Von diesem Tag an habe ich die Angst über alle meine anderen Gurus gestellt – und das sind nicht wenige. Ich versprach mir und meiner Angst, dass ich ihr dankend folgen und sie zelebrieren werde und immer, wenn sie mir mit ihrem Kyusakustab – der Stab, der einem im Zen auf den Rücken geschlagen wird – auf meine Schulter schlägt, werde ich mich demütig verneigen und darüber nachdenken, was sie mir offenbaren will.

Angst als Überlebensimpuls
Günter Ammon, der Begründer der dynamischen Psychotherapie, hat einmal einen Satz gesagt, den ich jahrelang abgelehnt hatte, der aber absolut wahr ist: „Wo die Angst ist, da geht es lang.“ Ich behaupte (ohne Ethnologe zu sein), dass die Spezies Mensch es ihrer Angst zu verdanken hat, überhaupt noch zu leben. Wir sind körperlich nicht besonders gut geschützt – haben weder Panzer noch Borsten oder Stacheln. Außerdem sind wir relativ langsam und haben eine eher komplizierte Form der Fortpflanzung. Aber wir haben etwas, was uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet: Wir haben Angst. Und aus dieser Angst heraus ist Kultur entstanden.

Angst und Aggression
Wenn man den Gedanken „Angst als Überlebensimpuls“ noch weiter entwickelt, dann ist Aggression erst dann entstanden, als die Menschen die Angst nicht mehr haben wollten. In meinem Leben und auch in dem meiner Klienten ist es jedenfalls so, dass ich nur dann zornig werde, wenn ich meine Angst nicht fühlen und nicht kommunizieren kann. Trotz wirklich zahlreichen Therapiestunden kam es in Supervisionen immer wieder vor, dass ich vor einem Kollegen saß und ihm eine Drohung ins Gesicht brüllte. Damals für mich ein Fortschritt, nachdem ich aus einer 40 Jahre währenden völligen Aggressionshemmung ausbrach. Es war auch eine Zeit, in der ich neue Krafttiere bekam: zwei Raptoren! Raptoren sind Raubsaurier – extrem fies, sehr schnell und absolut bösartig. Vorher hatte ich als Krafttiere immer so etwas wie Seekühe oder schwangere Wale oder Elche. Aber nach meiner Krankheit kamen eine Kreuzspinne und die beiden Raptoren an meine Seite. Später habe ich mich mehrmals bei dem Kollegen entschuldigt und heute weiß ich, dass ich ihn benutzt habe, damit er mir das zeigt, wovor ich am meisten Angst habe. Das wollte ich in mir töten und deshalb bin ich in den Zorn gegangen. Wenn wir es schaffen, die Angst als tiefsten Überlebensimpuls zu ehren und dann hinzusehen, wo sie herkommt und was der Teil in mir braucht, der diese Angst hat, dann müssten wir uns nicht mehr bekriegen. Die Frage bei jeder Wutattacke sollte heißen: Wie kann ich das ängstliche Kind liebevoll an die Hand nehmen? Ich glaube, dass alle Therapien, die versuchen angstfrei zu machen, Energie in die Angst investieren. Es geht – wie immer – nur über die Annahme und über das Hingucken: Wo ist die Intelligenz, der Sinn und die Zielorientierung dieser Angst?

Angst ist Gnade
Ich kann für mich sagen, dass Angst Wachstum ist. Und seitdem ich das so empfinde, habe ich immer weniger Angst, weil ich immer weniger Wachstumsblockaden habe und weil ich weniger Schatten und dadurch mehr Licht werfe. Also muss ich nicht mehr das, was ich nicht haben will und was mir Angst macht, auf andere Menschen projizieren, damit sie mir das spiegeln. Das fällt bei der Haltung von „Angst – ja bitte“ einfach weg. Ich glaube, dass wir mit dieser Haltung 90% der Aggressionen in unserer Gesellschaft heilen würden. Wenn die Deutschen und die Franzosen mal ein paar Workshops gemacht hätten, in denen sie sich einfach erzählt hätten, wie viel Angst sie voreinander haben, dann wären uns vielleicht zwei Kriege erspart geblieben. Die Menschen haben Angst und weil die Angst nicht sein darf, bringen sie sich um. In unseren Ehen hauen sich immer nur ängstliche Kinder die Köpfe ein – es streiten sich keine entwickelten, 55-jährigen Erwachsenen. Wenn früher meine Frau zu mir sagte: „Wie sieht es denn hier schon wieder aus?“, habe ich mich total aufgeregt. Heute weiß ich, dass es die Angst des kleines Kindes vor Kuschelentzug war, denn als Kind drohte meine Mutter mir: „Und wenn du heute nicht den Goldhamsterkäfig sauber machst, werde ich dich heute Abend nicht kuscheln!“

Ursachen der Angst
Um eine Therapie erfolgreich zu machen, ist Angst ein wichtiger Ankerpunkt. Wir müssen uns zum Verbündeten der Angst und die Angst zum Guru machen. Und dann schauen: Ist die Angst adäquat oder hat das dreijährige Kind Angst? Oder der Embryo, der gerade versucht wird abzutreiben? Oder ist es eine Angst, die ich aus einem früheren Leben mitgebracht habe?
Ich mache seit ein paar Wochen Yoga und liebe die Gesten, die mich in die Weite bringen. Vor fünf Jahren hätten mir dieselben Gesten noch Angst gemacht, weil ich dachte, dass schreckliche Sachen passieren, wenn ich mich in meiner vollen Größe zeige. Dann werde ich sofort von kleinen Männern ans Kreuz genagelt – was mir angeblich schon öfter passiert ist. Wenn ich sage, dass ich Schöpfer meiner Realität bin, kommt sofort die Inquisition – auch heute noch. Ich werde immer wieder für meine Schöpfergedanken kritisiert: „Hochmut“, „Häresie“, „ich schaffe Gott ab“ – ja, stimmt, das hat schon Nietzsche getan und auch Steiner, als er sagte, dass Gott sich in Golgatha letztendlich als Person aufgelöst und in alle Menschen verströmt hat. Ich habe mich lange nicht getraut, den Schöpfergedanken auf meine Visitenkarte zu schreiben. Als von einem Profi der Vorschlag kam, ich solle „AvaTäterische Seelenheilungsarbeit“ darauf schreiben, bekam ich danach erst einmal eine halbe Stunde Durchfall und hatte einfach nur Angst. Dann habe ich meditiert und wurde mit Bildern von Kreuzigungen bombardiert. Als ich anschließend einen anderen Profi bat herauszufinden, wie viele Seelenverluste ich durch Kreuzigung hatte, bekam ich als Antwort: vier Stück. An diesem Abend bat ich noch einmal Profis um Hilfe: Ich wollte mit den Schülern der Ikonenausbildungsgruppe eine Seelenrückholungsaufstellung für mich machen. Es hat funktioniert: Seitdem sind die Seelenanteile wieder bei mir und brauchen keine Angst mehr vor Kreuzigungen zu haben. Am nächsten Tag konnte ich die Gestaltung der neunten Visitenkarte völlig angstfrei angehen.

Angst vor Verrat
Neulich war das Fernsehen in der SHS und hat für Spiegel-TV vier Stunden lang gefilmt. Ich war begeistert. Mein Lebenstraum ist eine wöchentliche Sendung wie die von Pfarrer Fliege mit dem Titel „Voodoo-Wolf-over-Berlin“, am besten montags nach den Tagesthemen mit Gesprächen über Gott und die Anderswelt. Die Reaktionen der meisten Kollegen auf den realen Besuch des Fernsehteams waren – mit nur wenigen Ausnahmen – eher verhalten: „Mach das nicht.“ „Die machen uns fertig.“ „Du wirst danach ermordet. Da kriegt die Pharmaindustrie Angst vor dir.“ „Ein Tag nach diesem Film melden sich sechs von deinen Schülerinnen und behaupten, du hättest sie auf dem Fotokopierer vergewaltigt.“ Ich konnte die Ängste verstehen, aber nicht teilen. Auch wenn die meine Aussagen so zusammenschneiden, dass sie mich zum Narren machen, werden diejenigen, die das mit offenen Herzen sehen – und nur um die geht es mir – mitkriegen, dass ich ein relativ harmloser Kerl bin.
Das Problem ist nicht, dass wir zwanghaft oder depressiv sind, sondern dass wir fixiert sind, weil die Angst so stark war, dass wir irgendwo hängen geblieben sind. Ziel ist, die Angst als normalen Wahrnehmungsfaktor zu sehen. Sie zeigt mir, wo etwas nicht stimmt. Wichtig ist, dass die Angst aus ihrer Fixation kommt – egal ob sie entstand, weil ich mit zwei Jahren alleine im Krankenhaus lag oder vor 200 Jahren als Freiheitskämpfer erschossen wurde.

Der Autor Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst, www.Samuel-Hahnemann-Schule.de

Ich (Katrin) freue mich sehr, dass ich diesen Gastbeitrag hier veröffentlichen darf. Er ist so hilfreich, in seiner erlebten und gelebten Weisheit!

Hier findest Du seine Homepage: andreaskruegerberlin.de. Wunderbare Vorträge in seiner ‘Magischen Bibliothek’.

Ergebenheitsgebet: Vertraue!

 

Während das Gespräch mit Gott für mich seit meiner Kindheit etwas ganz Natürliches ist, habe ich den letzten 10 Jahren die Gebete unserer kirchlichen Tradition wieder entdeckt und auch ihre Kraft. Zum Beispiel – das Vater Unser oder das Rosenkranzgebet.

Hier möchte ich Euch aber nun das Ergebenheitsgebet von dem Anthroposophen Rudolf Steiner vorstellen. Besonders in Zeiten von Unruhe oder Ängsten ist dies wirksam und hilft Dir (wieder) Vertrauen zu fassen.

Lies es langsam und immer wieder, bis es förmlich in Dich e i n g e h t.

“…Was auch immer kommt, was mir die nächste Stunde, der nächste Tag bringen mag: ich kann es zunächst, wenn es mir ganz unbekannt ist, durch keine Furcht ändern. Ich erwarte es mit vollkommenster innerer Seelenruhe, mit vollkommener Meeresstille des Gemüts. Durch Angst und Furcht wird unsere Entwicklung gehemmt. Wir weisen durch Wellen der Furcht und Angst zurück, was in unsere Seele aus der Zukunft heran will. Die Hingabe an das, was man göttliche Weisheit in den Ereignissen nennt; Die Gewissheit, dass das was kommen wird, sein muss, und dass es auch nach irgendeiner Richtung seine guten Wirkungen haben müsste: das Hervorrufen dieser Stimmung in Worte, in Empfindungen, in Ideen, das ist die Stimmung des Ergebenheitsgebetes. Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen: Aus reinem Vertrauen zu leben, ohne Daseinssicherung, aus dem Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe der geistigen Welt. Wahrhaftig, anders geht es heute nicht, wenn der Mut nicht sinken soll. Nehmen wir unseren Willen gehörig in Zucht, und suchen wir die Erweckung von innen jeden Morgen und jeden Abend! R.S.”

 

Bist Du das Blatt, das loslässt?

 

Ich schaue morgendlich aus meinem Fenster um überhaupt erstmal – nach der Nachtruhe – in meinem Körper und auf diesem Planten ganz wieder anzukommen und ganz wach zu werden.

Heute morgen schaute ich lange auf ein Blatt.

Ich schaute nicht einfach drauf, sondern nahm es ganz in mir auf.

Ein dunkelbraunes Blatt, dass immer noch am Baum hängt – irgendwie stolz, aber auch steif. Als wenn es sagen würde: Ich bin noch hier! Gleichzeitig tat mir das Blatt, nach längerem Schauen etwas leid. So hatte es zwar den Herbst, also die Zeit, in der die meisten Blätter davon fliegen und sich von ihrem Baum trennen, und auch den Winter überlebt, aber wozu eigentlich? Es ist noch da, hält noch fest, aber es wird keine inneren oder äusseren Bewegungen mehr erleben: kein Recken Richtung Licht, kein Schub der Sonne entgegen aus kleinen lichthungrigen Zellen, die wachsen wollen. Keine Bewegung von innen heraus. Kein Leuchten in der Reife. Alle anderen haben losgelassen. Sie hatten einen Flug durch die Luft, die sie in ein unbekanntes Land wirbelte, in nicht vorraussehbare Richtungen verstreute bis sie irgendwann mit einem neuen Medium Kontakt machten: Der Erde. Dort fanden sie eventuell andere Blätter und es setzte etwas ein, dass ihnen bis dahin auch noch unbekannt war: Ihre Form verwandelte sich. Sie wurden nach und nach zu Erde und lagen somit wieder zu Füssen ihres Lebensbaums. Sie waren nie wirklich getrennt. Nur ihre Form verwandelte sich ständig.

Ein Teil von mir kann das Blatt gut verstehen. Im ersten Moment des Betrachtens fühlte ich mich auch froh: ‘Man muss nicht immer gleich loslassen’. Das ist der Teil, der auch gerne mein Motto: ‘Mein Fuss trat in die Luft und sie trug’ vergisst!

Aber mit längerem Einlassen spürte ich mehr und mehr Rigidität und auch Verzweiflung in diesem stillen stolzen Festhalten. Es fühlte sich gar nicht mehr so gut an – es wird eng im Körper, fester, der Atem wird flacher und obendrauf sitzt ein Kopf, der Lebendigkeit vorgaukelt…

Wie geht es Dir? Loslassen? Festhalten?

• Wie geht es Dir mit diesem Bild, wenn Du ich darauf einlässt? Was löst es vielleicht aus? Erlaubst Du Dir dann das zu spüren? Dem Raum zu geben?

Pierre Stütz schreibt:

Menschwerdung ist ein Geburtsprozess…und mit diesem Prozess geht auch die Zumutung einher sich auf das Leben einzulassen.

• Wäre es nicht gut wenn etwas ‘von aussen’ das braune Blatt befreien würde? Auch wenn sich das erstmal ganz schrecklich für das Blatt anfühlen würde?

• Wann wurdest Du vom Leben zu etwas ‘gezwungen’ und wie hat es Dich verändert, welches Wachstum hat es gebracht?

• Wieviel Energie steckst Du ‘in ein nicht loslassen’? Wie könnte diese Energie Dir ansonsten dienen? • Wo würde Dein Leben Dich einladen wollen noch mehr loszulassen? Und wann hast Du vielleicht schon einmal einfach vertraut, losgelassen und was ist dann passiert?

Und: Loslassen bedeutet ja nicht immer gleich ‘riesige Aktionen’, wie unsere Gesellschaft gleich werbe-eifrig vorgibt. Letzteres kann auch eine Form von nicht Loslassen, nicht einlassen sein. Es geht vor allem um Deine innerliche Landschaft. Äussere Veränderung findet dann ganz natürlich und fast wie von allein statt – es sei denn wir stellen uns stur dagegen 😉 Dann bekommen wir vielleicht ‘Nachhilfe’ – so wie eine Klientin von mir, die schon mit Anfang 30 einen Bandscheibenvorfall hatte und sich dadurch auf den Weg zu ihren wahren weiblichen Sehnsüchten machte; auf dem Weg begegneten ihr alte Schuldgefühle und tiefe Trauer, die noch losgelassen werden wollten und nun hat sie Raum für Neues: Sie ist schwanger!

Mit immer wieder staunenden Grüssen!

Katrin Kelly

Mein Fuss trat in die Luft und sie trug!

Dies ist ein Satz oder überhaupt der Satz, der mich in meinem Leben immer wieder mal begleitet. Immer dann wenn ich nicht mehr glaube, wenn ich mich im Kopf verknotet habe, energielos bin und keinen Ausweg sehe.

Mut zum Risiko – raus aus der muffeligen Komfortzone
Ich möchte Euch gern ein Beispiel aus meinem Leben erzählen so wie 4 Übungen und 2 Buchtips mit auf dem Weg geben, die einladen risikofreudiger zu sein und damit freudiger, kreativer..

Katrin radikal in London
Nach meinem ersten Tanzstudium, lebte ich in einer WG im Südosten Londons. Eines Tages wachte ich auf und wusste: So nicht mehr!(Hätte ich doch den Tanzjob auf dem Kreuzfahrtschiff angenommen…ach, nee).
Ich rief meine Vermieterin an und kündigte das Zimmer zum Ende des Monats. Sie war überrascht, aber willigte ein. Bis dahin waren es noch 3 Wochen. Nachdem ich aufgelegt hatte, saß ich etwas verdattert da, aber fühlte eine angenehme Leere und Leichtigkeit in mir aufsteigen. Nun möge man meinen, dass ich loszog’ um mir eine neue Unterkunft zu suchen. 3 Wochen waren schließlich keine allzu lange Zeit und London…eben…London, wo ‘preisgünstig, sauber und nicht kalt’ nicht so einfach zu finden waren. Aber ich machte erstmal gar nichts, hatte aber bessere Laune! Ca. 2 Wochen später, ich saß’ gerade in einem Café in Kensington, gegenüber vom French Institute, wo ich aus mir heute unerklärlichen Gründen mein Französisch auffrischen wollte, erhielt ich einen überraschenden Anruf. Ein Fotograf, der mich vor einigen Monaten fotografiert hatte und den ich gut fand'(!), der mich aber ein bisschen links liegen liess (manno!), rief’ an und fragte mich ob ich einen Nebenjob brauchen könne. ‘Yes, I do need a job’. So begab’ es sich, dass ich zwei Tage später nicht mehr in Kensington saß’, sondern in einem Fotostudio in der Nähe von London Bridge. Die Assistenz war ‘wahnsinnig anstrengend’: Interessante Gespräche, Zigaretten rauchen und Kaffee trinken und ungefähr 2.0 Telefonanrufe beantworten. ‘Lunch’ gab’ es auswärts und am Nachmittag durfte ich mir bei ‘Harrods’ etwas zum Anziehen aussuchen.Ein paar Tage später erzählte ich ihm, dass ich in den nächsten Tagen ausziehen muss und er sagte: ‘Ich habe ein Gästezimmer, möchtest Du dort erstmal einziehen?’ Ohne Kommentar, oder?! Gesagt, getan. Passend zum Auszugdatum zog ich dort aus und bei ihm ein. Vom Südosten ging’ es in den Südwesten Londons. Dieser Umzug war nicht nur genial, weil es tatsächlich geklappt hat, sondern weil er mich auch meinem zukünftigem Ehemann, der nur ca. 1,5 km entfernt von meinem neuen zu Hause wohnte, wesentlich näher brachte.Nicht nur physisch. Aber das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz offensichtlich…und eine weitere Geschichte voller Hürden und Risiken!

Ich bin also nicht nur sicher ‘in der Luft’ gelandet, sondern habe auch ganz andere Dinge erlebt. Ich war dadurch einfach offener für alles, was kam.

Risiko und Fun nur mit Mitte zwanzig?
Vielleicht denkst Du jetzt: Ja, aber es ist einfach so zu handeln, wenn man Single und Mitte zwanzig ist…
In gewisserweise hast Du Recht: Dein Ehemann/Deine Familie wäre vielleicht nicht sehr begeistert wenn sie gesagt bekommen würden, dass die Wohnung/das Haus verkauft ist und alle am Ende des Monats ausziehen müssen….wohin auch immer. Wobei das für einige Menschen manchmal tatsächlich, die letzte und manchmal auch notwendige Reißleine ist, um sich wieder lebendiger zu fühlen: Scheidung, Verkauf, Umzug….

Aber: Nicht (nur) die Größe der äußerlichen Tat zählt
Aber ich glaube es darf auch weniger radikal sein. Was es radikal macht ist nicht die Größe der äußeren Tat, sondern der Inneren: Los – zu -lassen. Das, was meine innere Lebendigkeit festklebt und verfilzt wie unsere Faszien, die schmerzen und verkleben, wenn sie zu lange in einer Haltung verharren müssen (Ipad Arm, Fernsehaugen..), wenig neues erleben und bewegt werden.

Für manche von uns kann es sich da schon ganz aufregend aufregend anfühlen:

1) Zeit für sich allein freizuschaufeln um zu schreiben, um spazieren zu gehen, sich eine Massage zu gönnen oder etwas ganz neues zu Lernen (was man nicht braucht, aber Spass daran hat: Zum Beispiel Französisch ;-)) Mach’ es!

2) Radikal auszumisten: Ich empfehle dazu diese Lektüre: Marie Kondo “Magic Cleaning”.
Ich hatte zunächst nur einige Bewertungen bei Amazon gelesen und habe direkt angefangen auszumisten, um 9 Uhr abends. Am nächsten Tag verliessen gefühlte 200kg Bücher mein Haus und mein Bewusstsein. Und wieder stieg’ die angenehme Leere und Leichtigkeit in mir auf.

3) Eine Übung aus dem Buch:‘Zen und die Kunst zu zweit zu leben.’Du schaust Dir Fotos von Dir an: mit 2, 6, 12, 20, 25 Jahren und Du sagst oder schreibst darüber: “Ich bin – ich war.” Das Gleiche machst Du mit Bildern von Dir und Deinem Partner. Wir halten oft an etwas fest: “Wäre es doch noch so wie damals zur Zeit unserer Hochzeit …” Diese Übung fand’ ich schon hart, aber wesentlich, denn es wichtig von Bildern, die wir mal von unserem Leben hatten loszulassen. Wir leben in keinem Bild.

4) Erinnerst Du Dich an diese Übung: 5 Fantasieleben – Du findest sie hier:klick cklick

Mach davon heute etwas, eines! JUMP

Mit radikal luftigen Grüßen,
Katrin Kelly
www.cranio-sacral-berlin.eu

Manchmal geht man sich verloren….

Manchmal geht man sich verl o ren.

Steht neben sich.
Ist unzufrieden.
Nörgelig.

Fühlt sich nicht gut an.

Mir ging’ es vor ein paar Wochen so.

Fühlt sich ausgetrocknet an – in der Seele. Als wenn alle Farben aus den Bildern verschwinden.

Du kennst das? Neben der Spur, nichts löscht deinen Durst?

Wie ich und Du das merken:

I r r i t a t i o n – bei den kleinsten Dingen, könnten wir an die Luft gehen.

Eine gewisse Form von Leeethaaargiiie (Ich könnte jetzt auch einfach…ach,egal…)

Humor – was ist das?? Ich gehe im Keller zum Lachen, aber ich vergaß: Ich habe ja gar keinen Keller.

Ich bin? Ich funktioniere? Ist das nicht das Gleiche?

In den wacheren Momenten steigt noch das Gefühl in Dir auf: ‘Ich weiss gar nicht wie ich hier weg komme, rAUs komme oder gar wieder REIN komme.’

Die Antwort ist: Schritt für Schritt.
(“Mann ist das anstrengend! Kann das nicht irgendeiner einfach machen?!” sagt so eine resistente Teilpersönlichkeit in mir/Dir.)

Nein! Schluss jetzt mit diesem kleinen inneren Schweinehund!

Du packst Dich und Deinen Schweinehund also am Hosenboden und hievst Dich Schritt für Schritt aus diesem Mief der Unachtsamkeit, der Unzufriedenheit und des schwarz-weiß Sehens.

Und mit jedem Schritt triffst Du langsam wieder auf:

Die ersten kleinen Impulse von Freude
(Du nimmst die kleine Blume im Hof war, die sich trotz aller Widrigkeiten durch die harte Erde drängt und blüht, ganz egal ob sich jemand für sie interessiert.Gibt es da eventuell die Möglichkeit eine Parallele zu deinem Leben zu ziehen?)

Einen besseren Start in den Tag: Die Gedanken direkt nach dem Aufwachen sind nicht gleich: !…….! Bettdecke über den Kopf.
“Bitte lass’ mich für immer eine Amöbe sein!”

HUMOR macht sich langsam wieder breit – das verbessert die Beziehung zu Dir und Deinen Mitmenschen.Ausserdem zeigt Humor, das wir nicht alles so schrecklich ernst nehmen. Uns selbst schon einmal gar nicht. Der lichte Platz in Dir ist angeknipst.

Dankbarkeit wird wieder die leise Melodie deines Lebens.

Vertiefte Gegenwart: Dein Zeiterleben verändert sich. Nicht mehr aufgespannt auf der linearen Zeitlinie, sondern ein Gefühl von Ich bin Zeit, kann sich einstellen. Vertikal geht auch.

So fühlt sich Dein Leben wieder reicher und voller an – und das ohne große Reisen oder ohne gleich den Job zu kündigen und Erntehelfer in ‘weiss-Gott-wo’ zu werden. Ohne im Außen nach neuen Quellen zu suchen, denn die Quelle, die Du suchst ist schon da.

Wie packe ich mich also am Hosenboden und hol’ mich daraus?

Schau mal nach: Von welchen Quellen schöpfst Du um Deinen Durst (nach Leben) zu löschen?:
Wie verbringst Du Deine Zeit? Wie nährst Du Deinen Geist? Einseitig? Überladend?

Nicht erlaubt sind: TV Glotze, Facebook und Co, lesen (begrenzt),Internet.
Füllt die feinen weichen Nervenzellen mit….Luft.

Das A+0= SCHLAFEN – SCHLAFEN – SCHLAFEN

Manchmal habe ich das Gefühl der moderne Mensch hat Angst vorm Schlafen. Aber mal wirklich viel Schlafen und sich ganz der eigenen Erschöpfung ausliefern ist wunderbar.
Irgendwann wacht man auf und ist ganz anders präsent.
Geh’ in die Ruhe und lass’ Dich wann immer Du kannst.(Du hast keine Zeit? Doch! Lass die Nachrichten weg, das Lesen der Tageszeitung und Du hast mind. 15 Minuten.)
Hierzu brauchst Du auch erstmal keine (inneren) Haltungen, Übungen, Ausrichtungen einnehmen. Sei’ einfach – leg’ Dich auf’s Bett, auf den Boden. Schau’ aus dem Fenster…

Erst dann können ein paar Übungen folgen, die Dich unterstützen können Deine Zeit wieder konkreter zu gestalten und zu erleben.

Hier zum Beispiel 2 Übungen aus ” Der Weg des Künstlers” von Julia Cameron.
Ein Buch auf welches ich total gern zurück greife.

– Life Pie

Der Lebenskuchen. Nimm’ ein Blatt Papier und male einen großen Kreis darauf; diesen unterteilst Du wie ein Stück Torte in 6 Stücke/Teile. Jeder Abschnitt steht für einen Lebensbereich:

Romantik/Liebe – Arbeit – Bewegung/Exercise – Spiritualität – Freunde/Freundschaften/ – Play/Abenteuer/Kreativität

Jetzt machst Du einen Punkt in jeden Abschnitt: Weiter innen steht für eher nicht so prickelnd gerade und weiter außen am Kuchenrand ‘bin grad’ gut dabei’, ‘läuft gut’. Dann verbindest Du die Punkte. Es wird klar was los ist und welche Bereiche vielleicht mehr Aufmerksamkeit brauchen! Mach’ es zu deinem Mandala.

– 5 Imaginary Lives:

Welche Berufe würdest Du Dir spannend oder spassig vorstellen?
Schäfer, Florist, Priester, Tierarzt, Hebamme, Bauer, Masseur, Politiker….? Was wäre daran FUN?
Setze in der nächsten Woche oder in den nächsten Tagen davon etwas um. Wählst Du Florist: Kaufe oder pflanze Blumen, gehe in den Botanischen Garten, lerne etwas über Blumen, die Dich interessieren. Oder – Masseur: Buche eine Massage oder Behandlung (zum Beispiel bei Katrin Kelly), die Dir gut tut oder einen Workshop in dem Du mehr über heilsame Berührung lernst….Aus den oben genannten entwickeln sich ganz schnell kleine Freuden und Aktivitäten, die sich ganz leicht umsetzen lassen und Deinen inneren Punk wieder zum Leben erwecken.

Wenn Du das liest und denkst: Ah, schon wieder: Wie werde ich besser, kreativer, toller dann…

Hast Du noch nicht geschlafen…und…..
bist eventuell in dieser festgefahrenen Situation sind, weil Du Dich nur noch mit Selbsterfahrung und Entfaltung beschäftigst. Hier empfehle ich Dir einen Besuch bei Rossmann/Bücherecke: ” Ich bleib’ so Scheiße’ wie ich bin!”
Das hat mir auch mal den Tag versüßt. Und ich habe bei Rossmann gelacht – und nicht im Keller.

Viel Spass! Burst into spring.

Katrin Kelly
www.cranio-sacral-berlin.eu