Der gelebte Körper II – Heilsame Arbeit mit Dir selbst!

November 28th, 2017

Im Folgenden möchte ich Dir ein weiteres Beispiel aufzeigen wie Du mit Dir selbst ‘heilsam arbeiten’ kannst und Dir dabei selbst näher kommst.

Mit dieser zweiten Fallstudie (siehe Fallstudie I hier) bzw. dieser kleinen Körpergeschichte möchte ich aufzeigen wie wichtig der gelebte/bewegte Körper für uns ist, wie er Wunde und gleichzeitig Heilung für uns ist, wenn wir es erlauben und uns ihm öffnen. In ihn förmlich hinein fallen.

Was meine ich mit ‘gelebter Körper’? Vom Objekt zum Subjekt
Wenn ich von ‘gelebtem Körper’ spreche beziehe ich mich darauf, dass wir den Körper (und damit letztlich auch unser Selbst) nicht mehr als ein Objekt behandeln, das zu funktionieren hat wie eine Maschine, über das wir nachdenken oder bewerten (als schlecht, als gesund oder krank, als ‘er tut weh’), sondern dass wir aus einer lebendigen körperlichen Erfahrung heraus unsere gesamte Existenz wahr-nehmen.

Wenn Du über etwas nachdenkst ohne zu spüren, etwas bewertest, ohne zu spüren, kannst Du alle anderen Ebenen Deines Erlebens nicht erreichen, denn Dein Denken reduziert es weg, es verwehrt Dir den Zutritt.

Beispiel
Du wachst um 4.30 Uhr mit Rückenschmerzen auf. Deine Gedanken bewerten dies sofort. ‘Ich will, dass die Schmerzen weg sind, ich muss schlafen, ich will das nicht!’ Du versuchst es (gedanklich) wegzumachen und wirst so wahrscheinlich immer ärgerlicher, genervter oder ängstlicher und genau das nimmst Du dann unausgeschlafen mit in Deinen Tag anstatt damit wachsam da zu sein.

Wenn Du aber Deine qualvollen Gedanken beiseite lässt und über präsentes Spüren und das geht nur über Deinen Körper und Deine Sinne, dann kann sich etwas Tiefes transformieren.

Hier ist das genannte Beispiel aus dem Erleben heraus:

‘Ich wache auf. Es ist noch dunkel. Ich schaue auf die Uhr: 4.30Uhr! Ich bemerke, dass mir mein Rücken wieder weh tut und mein Gewebe sich wie fest gezurrt anfühlt. Zunächst kommen ärgerliche Gedanken: Nicht schon wieder! Mach’ einfach die Augen zu!
Aber dann lasse ich das los. Ich erlaube mir mit dem da zu sein was ist. Ich bringe Bewusstsein in mein Jetzt: Ich atme. Ich bin hier. Ich lasse mich ein und spüre die Festigkeit und den Schmerz. Gehe hinein, gebe Raum.
Was möchtest Du mir sagen, mein Körper, meine Seele? Nach einer Weile folge ich dem Impuls meinen rechten Arm nach hinten zu dehnen. So bin ich da. ca. 2 Stunden.Aber im Erleben wird Zeit einfach R a u m – ohne Maß! Dann schlafe ich, ohne das ich es wirklich bemerke, noch einmal für 30 Minuten ein. Ich träume intensiv: In meinem Traum gibt es Exkremente, die massiv meinen Körper verlassen. Ein Hund nimmt etwas an mir wahr und übergibt sich; ich übergebe mich….” Ich wache auf und folge meinem Gefühl in meinem Traumlexikon nach zu lesen: Exkremente sind ein Zeichen dafür, dass es an der Zeit ist etwas, das vielleicht ursprünglich nährend war, loszulassen. Der Ekel mit dem wir Exkrementen begegnen, zeigt wie Dein Unbewusstes ablehnt woran Du noch festhälst.(…) In Assoziation mit einem Tier kann es zeigen, dass ein Teil von Dir etwas loslässt.(…)

Die Festigkeit und der Rückenschmerz haben sich (auf-)gelöst.

Das wünsche ich Dir: Mut und Freude am Erforschen Deines Mensch-Seins. Freude am Erleben, in allem was Deine Existenz für Dich bereit hält.

Übungsimpulse findest Du am Ende von diesem Artikel: Studie I

Katrin Kelly

Muss ich extra erwähnen, dass es bei akuten, plötzlich auftretenden Schmerzen natürlich Vorrang hat einen Arzt zu konsultieren…..