Die höchste Form von Erholung!

Juni 20th, 2017

In meinem heutigem Beitrag geht es um die höchste Form der Erholung.

    Die Wahrnehmung.

Dazu werde ich Euch auch eine kleine Aufgabe mitgeben.

Der Mensch ist so geschaffen, dass sich sein Verhalten in drei Schritten vollzieht: Wahrnehmen, Denken, Tun. Leider ist die Balance dieser Schritte stark verzerrt, denn heute werden der zweite und dritte Schritt überbetont: Kaum nehmen wir etwas wahr und schon denken wir, grübeln wir, suchen wir. Das Ende der Überlegungen sieht dann oft so aus, dass wir mit vielem nicht einverstanden sind und alles verändern wollen. Damit taucht in uns auch der grosse Macher auf, der in hektische Überaktivität fällt.

Meistens nehmen wir nicht wahr. Wir denken.

    Wir sehen nicht, wir hören nicht wir schmecken nicht, wir fühlen nicht.
    Wir denken.

Die Wahrnehmung kommt zu kurz.

Wahrnehmung durch Berührung & Körperarbeit verbessern und vertiefen

Gestern habe ich selbst eine Behandlung erhalten und ich habe gespürt wie sich meine Wahrnehmung und vor allem meine Fähigkeit einfach nur wahrzunehmen verbessert und sich viele ‘Gedanken’ einfach auflösen. Ich erinnere mich gerade auch an einen Klienten, der ganz ‘belastet’ in unsere Sitzung hereinkam. Nach 5 Minuten von Berührung und vertiefter Atmung meintet er dann auf einmal: ‘Ach. Eigentlich ist alles gar nicht schlimm!’ Und das war’s! Manchmal ist es so einfach.

Komm’ in die Wahrnehmung – zu Deinen Empfindungen.

Den Körper bewusst zu spüren – ein erster Schritt zurück zur Wahr -nehmung.
Meinen Körper wirklich zu spüren ist für mich persönlich oft der erste Schritt um wach zu werden und zurück zur Wahrnehmung zu kommen. Vielleicht ist das für Dich auch so.

Heute möchte ich Dir dazu den ersten Schritt der kontemplativen Exerzitien mitgeben: Dort, bei den Schweige – Exerzitien, verbringen wir den ersten Tag unserer Stillezeit in der Natur:

“Geh’ in die Natur hinaus. Geh’ spazieren so wie Du es gewohnt bist. Dann, gehe langsamer, bleibe stehen. Schaue Dir einen Baum an. Lass’ den Baum auf Dich wirken. Kaum hast Du angefangen zu schauen, kommt vielleicht der Gedanke, wie alt der Baum wohl ist. Das ist eine Frage, die vom Kopf kommt. Du bist nicht mehr in der reinen Wahrnehmung. Merkst Du es, kommst Du einfach zur Empfindung zurück. Du lässt den Baum weiter auf Dich wirken. Du hörst einem Vogel zu. Aber Du willst nicht wissen wo er sitzt oder wie er heisst. Du lässt es einfach wirken. Wenn Du Dich zerstreust, kommst Du wieder zurück. Lass Dich nicht vom Verstand verführen, der dann fragen möchte: Warum bin ich zerstreut, was bedeutet es usw.Die Tatsache, dass Du Dich ablenken lässt ist nicht schlimm, komm einfach zurück zu den Empfindungen. Du bleibst im Kontakt mit der Natur: dem blauen Himmel, der Sonnenblume, dem Wind. Wichtig ist, nichts zu beurteile nichts verändern zu wollen, sondern alles so aufzunehmen wie es sich offenbart.” Bleibe auch bei Deiner eigen NATUR: Kommt Langeweile oder Ungeduld? Schau’ wie sich das anfühlt, in Dir, in Deinem Körper. Und schon bist Du wieder bei der Wahrnehmung.

Vielleicht erinnert Dich das an eine unserer Craniositzungen, wenn ich frage: “Und wie ist es jetzt gerade?” und Du bemerkst, dass Du mit deinen Gedanken ganz woanders bist bzw. Du wieder komplett mit dem denken identifiziert bist. Oder wenn ich genau wissen möchte wie sich denn ‘gut’ in Deinem Körper anfühlt?!

Manchmal dauert es lange bis man wieder bei sich angekommen ist. Ich verbringe manchmal Tage damit ‘mich erstmal zu lassen’ – sprich: zum einen nichts oben drauf zu setzen (wie Yoga, Meditation o.ä.) und zum anderen nicht zu lesen, nicht fern zu sehen, die Zeit nicht zwanghaft zu füllen. Das erfordert Einiges aushalten und sich hinhalten: Man ist ja nicht sofort entspannt, lustig, wohlig. Erstmal zeigt sich vielleicht Ungeduld, Unruhe, negative Gedanken, alte Muster – ‘Entzug’ halt. Von dieser ganzen Macher – und Rennerei. Danach und erst danach öffnet sich etwas.

Besser erholt als nach jedem Urlaub
Vielleicht hast Du keinen Tage, aber schau’ mal ob Du eine halbe Stunde, eine Stunde oder sogar zwei in WAHRNEHMUNG verbringen magst. Das geht auch in der Stadt. Du wirst Dich besser erholt fühlen als nach jedem Urlaub, denn diese wahrnehmende Haltung bringt uns in eine neue Erfahrung und fügt unser Erleben als Ganzes wieder zusammen:

Wir brauchen nichts zu Erreichen. Nichts Optimieren. Das machen-müssen bringt Angst und Bedrängnis. In der Wahrnehmung, der kontemplativen Haltung, fällt das weg. Wir sind befreit.

    Vertiefte Gegenwart durch vertiefte Wahrnehmung.

Alles Liebe,

Katrin K.