Lebensquellen

Nimm’ Deine inneren Bedürfnisse wahr und Dein Leben wird sich grundlegend verändern!

Die Menschen sind wie sie sind. Die Wirklichkeit ist wie sie ist. Wenn wir uns durch wertende Gedanken dagegen auflehnen kreiert das Stress, Kummer, Leid.
Hinter diesen wertenden Gedanken, die die Welt in gut oder schlecht wertvoll oder nicht einteilen, verstecken sich unsere inneren Bedürfnisse wie zum Beispiel: Wunsch nach Respekt, Anerkennung, Liebe, Wertschätzung, Nähe. Um nur ein paar zu nennen.

Oft prägen diese unerfüllten (und nicht wahrgenommenen) Bedürfnisse in Kombination mit wertenden Gedanken unser Verhalten. Dieses provoziert dann genau das Gegenteil von dem, was wir uns wünschen! Zum Beispiel haben wir ein tiefes Bedürfnis nach Nähe statt einem Gefühl von Trennung/Abgeschnitten sein. Aber oftmals und paradoxerweise kreiert das ein Verhalten von Rückzug, ‘auf der Hut sein’ und kann mit Gedanken wie ‘niemand sieht mich, versteht mich o.ä.’ einhergehen.Die Außenwelt reagiert wiederum mit Rückzug oder Distanz – sie reagiert auf Dein Verhalten, denn sie kann Dein inneres Bedürfnis nicht sehen. Das Verhalten auf wertende Gedanken ist oftmals ‘abweisend’, ‘schließend’, ‘wegschiebend’.
Das ist traurig.

Wie kann ich das ändern? In dem Du lernst Deine inneren Bedürfnisse, die hinter diesen Gefühlen und wertenden Gedanken sind,wahrzunehmen. Und das geht über Dein Körpergespür und den Faktor Zeit.
Wenn ein wertender Gedanke auftaucht, ein unangenehmes Gefühl, halte einen Moment inne bevor Du gleich drauflos reagierst. Das fällt erstmal schwer, vor allem weil es of auch nicht angenehm ist, sich auszuhalten und zu spüren. Erst spüre ich Wut, dann wohl auch meine Verletzlichkeit und mein inneres Bedürfnis. Oberflächlich betrachtet ist es einfacher zu ‘reagieren’ und die ‘Schuld’ der Umwelt zu geben.(Wenn meine Eltern nicht so oder so gewesen wären; mein freund behandelt mich nicht so wie ich mir das wünsche…) Aber wenn Du beginnst dies zu üben, werden kleine Wunder für Dich geschehen, denn Du übernimmst 100% Verantwortung für Dich und Dein Leben und stehst damit voll in Deiner Kraft!
Unerfüllte Bedürfnisse werden erfüllt, denn jetzt kannst Du sagen und kommunizieren was Du brauchst.(Zum Beispiel Nähe: anstatt mit Wut zu reagieren, kann ich vielleicht sagen:Kannst Du mich mal drücken, ich habe gerade ein Bedürfnis nach Nähe…)
Du bist ganz authentisch bei Dir. Für die Umwelt bedeutet dies ‘da ist eine Öffnung’. Denn wer von uns möchte schon jemand nah sein der uns fortlaufend anklagt oder sich beschwert? Nun kann es trotzdem sein, dass Deine Mitmenschen Schwierigkeiten haben darauf einzugehen (sie müssen sich dazu ja auch selbst zumindest ein stückweit spüren!), aber es ist nicht mehr schlimm. Denn Du bist in Kontakt mit Dir selbst, Du stehst in Deiner Kraft und Deine Erwartungen, dass all Deine Wünsche von äußeren Umständen/menschen erfüllt werden wird schwinden. Ja, sogar das Gegenteil wird passieren: Du beginnst auch die Wunden und Geschichten Deiner Mitmenschen zu sehen, zu akzeptieren und ihnen zu vergeben.Sie zu lieben. Im Frieden zu sein mit dem was ist.

Und das Tolle: weißt Du wirklich mal nicht mehr weiter, fühlst Dich mit Dir selbst überdrüssig: take the focus of yourself! Denn Deine tiefsten Bedürfnisse werden auch erfüllt, wenn Du diese verschenkst!

Willst Du Liebe, liebe Du zuerst.
Willst Du gehört werden – höre jemandem mit ganzem herzen zu.
Brauchst Du eine Umarmung – umarme jemanden.

Fang’ heute damit an! Und nicht vergessen- baby steps!

Höre auf Deine Kraft und Deine Verantwortung für Dein Leben abzugeben.Dann werden für Dich Wunder geschehen.Du wirst mehr Energie, mehr Freude haben.

Die dunklen Tage…

…penetrieren unser Funktionieren. Sie erinnern an das, was wirklich Leben ist. Sie erwecken uns zur Erfahrung des Lebens. In der tiefe des Ozeans gibt es tausende unentdeckter Arten – so ist es auch bei uns, in unserer dunklen Tiefe scheint ein Licht. Wir leben an der Oberfläche, denn das gibt uns ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Doch nichts kann uns wirklich retten, vor Leben oder Tod. Wollen wir dann nicht mutig sein und eintauchen?

Heilung – ein kreativer Prozess von Wandlung und Transformation

„…und führst Du mich auch auf dunklem Pfade, ich will es wagen“

Heilung bzw. sich ganz und gut zu fühlen, also als eine Einheit von Geist – Körper -Seele, ist ein kreativer Prozess. Was meine ich damit? Der obige Vers aus einem christlichen Lied weist schon darauf hin, dass Heilung nicht einfach so geschieht, sondern dass es ein aktiver Prozess ist. Kreativ steht auch für dynamisch – ein Prozess von Vision – Kreation – Destruktion, der sich immer wiederholt und nicht linear erfolgt, sondern teilweise gleichzeitig und überlappend geschieht. Es geschieht in einem Empfinden von Zeit und Raum, das nicht dem unserer heutigen Zeit entspricht, die das TUN und das FUNKTIONIEREN in den Vordergrund rückt und somit ein lineares Zeitempfinden hervorruft. Resultatorientiert. Der Weg bzw. die Erfahrung des Weges ist unwichtig bzw. sekundär.

Spinnennetz

Sich gut fühlen bedeutet heute daher auch nicht mehr sich bewusst und präsent zu fühlen mit allem was sich gerade zeigt, sondern effizient und schnell zu sein, mehr TUN und viel HABEN zu können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass alles, was als unangenehm empfunden wird: Schmerz, Leid, Krise… voller Furcht und Abneigung in eine Ecke ver- und gedrängt wird, ja sogar oft als Krankheit definiert wird – also im Grunde als ‚nicht gut’, ‚nicht wertvoll’, ‚nicht brauchbar’.

Aber diese Art verneint den kreativen und natürlichen Lebensprozess von Kommen und Gehen, von Werden und Vergehen, von Krise und Wandlung. Verneint unsere Seele. Krise, Schmerz und Leid gehören genauso zu unserem menschlichen ‚Normal- bzw. Realzustand’ wie das Gegenteil von Freude, Leichtigkeit und Gesundheit. Wie soll es da nicht zu  einem Ausbrennen der Seele – einem Burn Out – kommen? Wie soll es da nicht langfristig zu Unwohlsein führen? Wenn selbst Qualitäten wie Sensibilität, Feinfühligkeit und Empfindlichkeit einen negativen Beigeschmack bekommen haben und belächelt werden? (‚Sei doch nicht so empfindlich…..Du bist ja ein Sensibelchen etc.’) Die Menschen, die so angesprochen werden, ziehen sich zurück, fühlen sich wertlos. Aber nicht nur die besonders sensiblen Menschen sind gemeint – sind wir nicht alle empfindsam? Vom Grund unserer Seele, unseres Herzens und unseres Sehnens?

Es ist eine Verrohung unserer Menschlichkeit, die uns unter dem Deckmantel von Wohlstand dargeboten wird. Aber wie viele Statistiken zeigen: Wir fühlen uns nicht besser – uns geht es schlechter.

Krankheit und Schmerz gilt es zu bekämpfen. So nehmen wir den Kampf auf – aber nicht etwa indem wir in den Schmerz hineingehen, ihn schauen, sondern indem wir ihn wegrationalisieren (ich kann jetzt keine Kopfschmerzen haben. Geh’ weg. So eine Sch…e – und damit meinen wir uns selbst, unseren Körper der uns erst unser Leben ermöglicht!). Oder wir ‚donnern uns zu’ mit Pillen, Schmerzmitteln etc.

Kampf deutet schon auf eine große Anstrengung hin. Eine große Anstrengung zu vermeiden. Aber umso mehr wir vermeiden, desto kraftvoller und autoritärer werden diese Qualitäten oder Kräfte ( wie zum Beispiel Wut, Aggression, Trauer) unser Leben regieren und bestimmen. Dies manifestiert sich auch auf körperlicher Ebene: in (vermehrtem) Schmerz: wenn der Kopfschmerz unbedingt weggehen soll wird er meistens  als noch unerträglicher empfunden; es zeigt sich in muskulären Verspannungen etc. Der Körper spiegelt unsere innere Landschaft wieder. Er zeigt Mißstände, Ungleichgewichte auf. Dafür sollten wir ihm eigentlich sehr dankbar sein, denn so läd’ er uns zu Heilung und Ganzwerden immer wieder ein. Aber meistens HÖREN wir ihn nicht. Wir HÖREN nicht hin.

Krise, hervorgerufen durch unterschiedliche, äußerliche oder innere Faktoren (Bsp.: eine Beziehung löst sich auf, Tod eines geliebten Menschen, finanzielle Krisen; innere Krisen – ich kann so nicht mehr weiterleben….) bedeutet im Grunde, dass alte Werte, alte Lebensweisen, also alles, was das Leben bisher ausgemacht hat, nicht mehr trägt. Das macht Angst. Aber sobald ich dies einfach annehmen kann, dass es jetzt gerade in meinem Leben so ist, dass der Weg, der vor mir liegt, unklar ist, dass ich ‚festes Land’ verloren habe, da beginnt ein Stück Heilung. Durch das Miteinschließen dessen, was ist, wird das Dunkle hell und wir sehen, dass sich keine schrecklichen Monster dahinter verbergen, sondern eine wunderschöne, noch unerforschte Landschaft unseres Selbst. Tauch’ ein. Entdecke.

Dieser Prozess ist nicht immer angenehm und erhellend, sondern auch frustrierend, anstrengend und schmerzvoll. Aber es lohnt sich. In dem Film ‚Die Brücken am Fluß’ mit Meryl Streep und Clint Eastwood, wird gesagt: „Veränderung ist die einzige Konstante im Leben. Darauf kannst Du vertrauen.“

In Fülle leben bedeutet meiner Meinung nach nicht viel zu haben, sondern in erster Linie: bewusst zu leben und somit alles, das Dunkle wie das Lichte, das Schmerzvolle, wie das Leichte mit einzubeziehen, anzunehmen, anzuerkennen. Und das jeden Tag auf’s Neue. Es ist das Abenteuer, sich wirklich einzulassen und sich wirklich zu spüren. Und das geht nur, indem wir uns über unseren Körper, über all unsere Sinne spüren. Der Körper bringt uns in die Gegenwart, zu dem was HEUTE IST.

„Wo Seele und Leib in rechter Übereinstimmung miteinander leben,
da erreichen sie in einmütiger Freude den höchsten Lohn“
Hildegard von Bingen