Mein Fuss trat in die Luft und sie trug!

April 2nd, 2016

Dies ist ein Satz oder überhaupt der Satz, der mich in meinem Leben immer wieder mal begleitet. Immer dann wenn ich nicht mehr glaube, wenn ich mich im Kopf verknotet habe, energielos bin und keinen Ausweg sehe.

Mut zum Risiko – raus aus der muffeligen Komfortzone
Ich möchte Euch gern ein Beispiel aus meinem Leben erzählen so wie 4 Übungen und 2 Buchtips mit auf dem Weg geben, die einladen risikofreudiger zu sein und damit freudiger, kreativer..

Katrin radikal in London
Nach meinem ersten Tanzstudium, lebte ich in einer WG im Südosten Londons. Eines Tages wachte ich auf und wusste: So nicht mehr!(Hätte ich doch den Tanzjob auf dem Kreuzfahrtschiff angenommen…ach, nee).
Ich rief meine Vermieterin an und kündigte das Zimmer zum Ende des Monats. Sie war überrascht, aber willigte ein. Bis dahin waren es noch 3 Wochen. Nachdem ich aufgelegt hatte, saß ich etwas verdattert da, aber fühlte eine angenehme Leere und Leichtigkeit in mir aufsteigen. Nun möge man meinen, dass ich loszog’ um mir eine neue Unterkunft zu suchen. 3 Wochen waren schließlich keine allzu lange Zeit und London…eben…London, wo ‘preisgünstig, sauber und nicht kalt’ nicht so einfach zu finden waren. Aber ich machte erstmal gar nichts, hatte aber bessere Laune! Ca. 2 Wochen später, ich saß’ gerade in einem Café in Kensington, gegenüber vom French Institute, wo ich aus mir heute unerklärlichen Gründen mein Französisch auffrischen wollte, erhielt ich einen überraschenden Anruf. Ein Fotograf, der mich vor einigen Monaten fotografiert hatte und den ich gut fand'(!), der mich aber ein bisschen links liegen liess (manno!), rief’ an und fragte mich ob ich einen Nebenjob brauchen könne. ‘Yes, I do need a job’. So begab’ es sich, dass ich zwei Tage später nicht mehr in Kensington saß’, sondern in einem Fotostudio in der Nähe von London Bridge. Die Assistenz war ‘wahnsinnig anstrengend’: Interessante Gespräche, Zigaretten rauchen und Kaffee trinken und ungefähr 2.0 Telefonanrufe beantworten. ‘Lunch’ gab’ es auswärts und am Nachmittag durfte ich mir bei ‘Harrods’ etwas zum Anziehen aussuchen.Ein paar Tage später erzählte ich ihm, dass ich in den nächsten Tagen ausziehen muss und er sagte: ‘Ich habe ein Gästezimmer, möchtest Du dort erstmal einziehen?’ Ohne Kommentar, oder?! Gesagt, getan. Passend zum Auszugdatum zog ich dort aus und bei ihm ein. Vom Südosten ging’ es in den Südwesten Londons. Dieser Umzug war nicht nur genial, weil es tatsächlich geklappt hat, sondern weil er mich auch meinem zukünftigem Ehemann, der nur ca. 1,5 km entfernt von meinem neuen zu Hause wohnte, wesentlich näher brachte.Nicht nur physisch. Aber das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz offensichtlich…und eine weitere Geschichte voller Hürden und Risiken!

Ich bin also nicht nur sicher ‘in der Luft’ gelandet, sondern habe auch ganz andere Dinge erlebt. Ich war dadurch einfach offener für alles, was kam.

Risiko und Fun nur mit Mitte zwanzig?
Vielleicht denkst Du jetzt: Ja, aber es ist einfach so zu handeln, wenn man Single und Mitte zwanzig ist…
In gewisserweise hast Du Recht: Dein Ehemann/Deine Familie wäre vielleicht nicht sehr begeistert wenn sie gesagt bekommen würden, dass die Wohnung/das Haus verkauft ist und alle am Ende des Monats ausziehen müssen….wohin auch immer. Wobei das für einige Menschen manchmal tatsächlich, die letzte und manchmal auch notwendige Reißleine ist, um sich wieder lebendiger zu fühlen: Scheidung, Verkauf, Umzug….

Aber: Nicht (nur) die Größe der äußerlichen Tat zählt
Aber ich glaube es darf auch weniger radikal sein. Was es radikal macht ist nicht die Größe der äußeren Tat, sondern der Inneren: Los – zu -lassen. Das, was meine innere Lebendigkeit festklebt und verfilzt wie unsere Faszien, die schmerzen und verkleben, wenn sie zu lange in einer Haltung verharren müssen (Ipad Arm, Fernsehaugen..), wenig neues erleben und bewegt werden.

Für manche von uns kann es sich da schon ganz aufregend aufregend anfühlen:

1) Zeit für sich allein freizuschaufeln um zu schreiben, um spazieren zu gehen, sich eine Massage zu gönnen oder etwas ganz neues zu Lernen (was man nicht braucht, aber Spass daran hat: Zum Beispiel Französisch ;-)) Mach’ es!

2) Radikal auszumisten: Ich empfehle dazu diese Lektüre: Marie Kondo “Magic Cleaning”.
Ich hatte zunächst nur einige Bewertungen bei Amazon gelesen und habe direkt angefangen auszumisten, um 9 Uhr abends. Am nächsten Tag verliessen gefühlte 200kg Bücher mein Haus und mein Bewusstsein. Und wieder stieg’ die angenehme Leere und Leichtigkeit in mir auf.

3) Eine Übung aus dem Buch:‘Zen und die Kunst zu zweit zu leben.’Du schaust Dir Fotos von Dir an: mit 2, 6, 12, 20, 25 Jahren und Du sagst oder schreibst darüber: “Ich bin – ich war.” Das Gleiche machst Du mit Bildern von Dir und Deinem Partner. Wir halten oft an etwas fest: “Wäre es doch noch so wie damals zur Zeit unserer Hochzeit …” Diese Übung fand’ ich schon hart, aber wesentlich, denn es wichtig von Bildern, die wir mal von unserem Leben hatten loszulassen. Wir leben in keinem Bild.

4) Erinnerst Du Dich an diese Übung: 5 Fantasieleben – Du findest sie hier:klick cklick

Mach davon heute etwas, eines! JUMP

Mit radikal luftigen Grüßen,
Katrin Kelly
www.cranio-sacral-berlin.eu